| Frank J. Robertz, Dr. phil. Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie (IGaK), Berlin Dr. Christian M. Waser, Psychologe FSP, Zürich (www.schulsupport.ch, waser@schulsupport.ch) Prof. Dr. Andrea Lanfranchi Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie FSP (www.ausbildungsinstitut.ch, andrea.lanfranchi@psychologie.ch)
Kurzbeschreibung Lehrer, Schulpsychologen und Polizeibeamte müssen sich inzwischen verstärkt mit Amokläufen durch Jugendliche an Schulen (School Shootings) auseinandersetzen. Neben der Vorbereitung für den Ernstfall ist es ebenso wichtig, die viel häufiger auftretenden Androhungen von Gewalttaten einzuschätzen, um ihnen handlungssicher begegnen zu können. Wenn eine Amokdrohung an die Toilettentür gekritzelt worden ist oder ein Schüler Andeutungen einer Tatabsicht äußert, müssen die Reaktionsmöglichkeiten und Kooperationswege vertraut sein, um effektiv reagieren zu können. Glücklicherweise erlaubt die internationale Forschung klare Richtlinien, denn School Shootings treten nicht urplötzlich auf. Identifizierbare Warnsignale – zum Beispiel unverarbeitete Lebenskrisen und Gewaltphantasien – ermöglichen es, problematische Entwicklungen schon frühzeitig zu erkennen. Sie können lange vor der Tatbereitschaft ausgeglichen werden, um Gefahren effektiv zu verhindern. Im Seminar wird erlernt, was derartige Gewalttaten bedingt, welche Jugendliche sie begehen, wie sich ihre Tatplanungen über einen langen Zeitverlauf hinweg entwickeln und welche Rolle dabei die Mitschüler, Lehrer, Medien sowie das gesellschaftliche Umfeld spielen. Das Aufzeigen von konkreten Wegen, um frühzeitig Risikofaktoren zu mindern und Schutzfaktoren zu stärken, erlaubt zudem eine gezielte und nachhaltige Präventionsarbeit. Literatur: F.J. Robertz / R. Wickenhäuser (2010): „Der Riss in der Tafel. Amoklauf und schwere Gewalt an der Schule“ Zweite Auflage, Springer Medizin Verlag |