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Weiterbildung in

systemischem Coaching und Supervision

September 2009  – Mai 2011

 

Programm (PDF)

Anmeldung (PDF)

 

Kernteam

 

Ulrike Borst, Dr. rer. nat.   
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP   Fachpsychologin für Klinische Psychologie FSP

Dozentin und Supervisorin
Leiterin des Instituts

Rochelle Allebes, Sozialarbeiterin FH  
Supervisorin und Organisationsberaterin BSO
Systemtherapeutin/beraterin SGS

Dozentin und Supervisorin

Bruno Hildenbrand, Prof. Dr. rer. soc.  
Soziologe

Dozent und Supervisor
Robert Wäschle, lic. phil. I   
Fachpsychologe für Psychotherapie FSP   
Dozent und Supervisor
  
Gastdozenten 
Karin Martens-Schmid, Dr.
Praxis für systemische Beratung, Köln
 

Hans Ritter, dipl. Ing.
Organisationsberater, Trainer, Supervisor, Coach

 
  
Jacqueline A. Berchtold   
Administration

 

 


 

Coaching und Supervision im Meilener Konzept
der systemischen Therapie und Beratung

 

Das Meilener Konzept systemischer Therapie und Beratung stellt das Fallverstehen in der Begegnung in den Mittelpunkt professionellen Denkens und Handelns. Fallverstehen bedeutet das Erkennen von typischen Mustern einer problematischen Lebenspraxis von Individuen, Familien und Organisationen, wobei sowohl die Ressourcen als auch die Belastungen  thematisch werden. Begegnung bedeutet, Fallverstehen als einen Prozess zu gestalten, an dem die Beraterin oder der Berater sowie die Klienten gemeinsam beteiligt sind. Die Reflexion des organisatorischen und persönlichen Kontextes einer Beratung sowie das emotionale Engagement der Beraterin/des  Beraters sind darin gleichermassen eingeschlossen.

Supervision und Coaching bedeutet im Meilener Konzept die Beobachtung eines beraterischen Handlungsprozesses mit dem Ziel der Lösung der präsentierten Probleme. Auch hier liegt der Fokus auf dem Fallverstehen in der Begegnung. Ein wesentliches Anliegen der Supervision ist es, Einzelne und Gruppen in ihrem jeweiligen organisatorischen Kontext bei der Weiterentwicklung ihrer professionellen Handlungskompetenzen zu unterstützen.


Ziele der Weiterbildung

 

Die beiden Begriffe Coaching und Supervision sind von ihren Inhalten her weitgehend identisch. Ob der eine oder andere Begriff verwendet wird, hängt vom Kontext ab, in dem Coaching bzw. Supervision praktiziert wird. Im Wirtschaftsbereich redet man vorwiegend von Coaching. In Kontexten des Gesundheits- und Sozialwesens hat sich der Begriff Supervision eingebürgert. Die Dozentinnen und Dozenten, welche bei uns Weiterbildungen anbieten, sind zum Teil in beiden Bereichen tätig und vermitteln Wissen und Können dazu auch aus der eigenen Praxiserfahrung.

Unter Coaching verstehen wir die Unterstützung von Menschen in Arbeitsteams sowie in Führungspositionen, die mit einem Blick von aussen ihre Situation klarer erkennen und Möglichkeiten finden wollen, persönliche und berufliche Problemlagen zu lösen. Neben der Vermittlung konkreter Vorgehensweisen liegt uns bei dieser Weiterbildung daran, die Person des Coach als lernende Persönlichkeit zu fördern. Bisherige AbsolventInnen sind gerne bereit, auf Anfrage Auskunft über diesen Kurs zu geben.

Unser Weiterbildungsangebot ist als Postgraduierten-Kurs und nicht als Grundausbildung in Supervision oder Coaching geplant. Das heisst, unser Kurs schliesst an eine (möglichst systemisch orientierte) beraterische oder therapeutische Grundausbildung und längere Berufserfahrung an. Er ist also nicht vergleichbar mit Angeboten, welche Supervision als eigentliche Berufsausbildung verstehen. Supervision und Coaching sind aus unserer Sicht Tätigkeiten, die auf Erfahrung in Beratung und Therapie aufbauen. Wir setzen also Basiswissen und Beratungs¬erfahrung bereits voraus!
 
Das Lehrsupervisorenteam zeichnet sich aus durch langjährige eigene Supervisionserfahrung im Kontext von Non-Profit- und (teilweise) Profit-Organisationen sowie durch Forschungsarbeit zur Theoriebildung und Evaluation von beraterischen und supervisorischen Prozessen. Unser Angebot repräsentiert unterschiedliche Arbeitsstile und Praxiskontexte, die sowohl in die Konzeptentwicklung als auch in die Vermittlung von theoretischem und praktischem Wissen einfliessen.

Übergreifendes Ziel dieser Weiterbildung ist es zu vermitteln, wie Supervisorinnen und Supervisoren bei Supervisanden bzw. Coachees und in deren Kontext Veränderungen im Erkennen und Handeln erzeugen können. Die Kursteilnehmenden lernen, Verhaltens- und Bedeutungsmuster einer vorgestellten Situation und ihre Rahmenbedingungen sowie den darauf bezogenen Supervisionsprozess zu verstehen, zu unterstützen und gegebenenfalls zu modifizieren. Sie vertiefen ihre Fähigkeit, für ihre Klienten einen soliden affektiven Rahmen zu schaffen, der die theoriegestützte Fallarbeit fördert und modellhaft auf die Tätigkeit der Supervisanden übertragen werden kann. Denn wir sind der Ansicht, dass Veränderungen nur auf dem Boden einer sicheren affektiven Basis möglich sind.

Dem Meilener Konzept folgend, sind diesem übergreifenden Anliegen Teilziele zugeordnet. Bezogen auf die Klienten geht es um das Fortentwickeln von Wissen über Lebenswelten und Interaktionsstrukturen von Einzelnen und Teams. Hinsichtlich der jeweiligen Organisationen wollen wir die Kenntnis von institutionellen Umwelten beraterischer und therapeutischer Kontexte erweitern. Kenntnisse vielfältiger Aspekte der Organisationsentwicklung in Profit- und Non-Profit-Organisationen werden vermittelt.

Den Teilnehmenden in unserer Weiterbildung wollen wir auch Fähigkeiten vermitteln, ihre Supervisanden darin zu unterstützen, persönliche Lebens- und Familienthemen zu erkennen und die entsprechenden Erfahrungen auf den Beratungsprozess zu
übertragen. Im Bereich der Methoden soll unter dem Aspekt der Perspektivenvielfalt ein breites Spektrum von Zugehensweisen genutzt werden. Diese werden gestützt durch ein Fallverstehen, das sich „massgeschneidert“ mit Menschen und Organisationen entwickeln lässt. Dabei binden wir uns nicht rigide an bestimmte Schulen von Beratung und Therapie, sondern nehmen Anteil am breiten Fortschritt der Sozial- und Verhaltenswissenschaften, der Medizin und der Organisationspsychologie.

 

Methodisch-didaktisches Konzept
der Theorievermittlung


Das Meilener Konzept von Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung fördert der jeweiligen Situation angemessenes professionelles Handeln. Coaching und Supervision verstehen wir als theoriegestützte wie auch emotional gerahmte Fallarbeit. Damit ist die Weiterbildung explizit praxisbezogen; sie reflektiert den beruflichen und persönlichen Alltag der Kursteilnehmenden sowie des Dozententeams.

Unsere Didaktik entspricht dem Prinzip der Selbstorganisation menschlichen Lernens. Wir legen grossen Wert auf die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmenden bei der gemeinsamen Bearbeitung der Kursthemen und bei der Gestaltung ihrer eigenen Supervisionsprozesse. In der Theorievermittlung betonen wir Arbeitsformen, bei denen in themenzentrierten Kleingruppen Beiträge einzelner aus ihrem Arbeitsbereich aufgegriffen werden. Dadurch können spezifische Vorgehensweisen in unterschiedlichen organisatorischen Kontexten erprobt werden. Ein grosses Anliegen ist uns, den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern zu ermöglichen, persönliche, beraterische und theoretische Möglichkeiten und Grenzen zu erkennen und konstruktiv zu erproben. An die Stelle eines schulischen Curriculums (sog. „roter Faden“) stellen wir die mehrperspektivische Behandlung zentraler Themen von Coaching und Supervision, wie sie sich aus dem Meilener Konzept (als „Landkarte“) ergeben.

 

Methodisch-didaktisches Konzept
der Lehrsupervision

Die Mitglieder des Kernteams bieten die Lehrsupervision zu gleichen Teilen an, während die Supervisionsgruppen über den gesamten Weiterbildungszeitraum identisch bleiben. Damit ist gewährleistet, dass zum einen die Lehrsupervision aus unterschiedlichen Praxisperspektiven angeboten wird und zum anderen eine Lerngruppe entsteht, die aufgrund zunehmender Vertrautheit auch über den Kurs hinaus zu wechselseitiger Unterstützung fähig wird. Durch die enge Verbindung des Kernteams mit zwei Gastdozenten wird die Kontinuität des Lernprozesses gesichert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen untereinander ab, wer jeweils Fälle aus der eigenen Supervisionspraxis vorstellt, und sie übernehmen die Verantwortung für die inhaltlichen Schwerpunkte des jeweiligen Supervisionstages. Aufgabe des Lehrsupervisors/der Lehrsupervisorin ist es, den Supervisionsablauf zu moderieren sowie Unterstützung beim Erkennen von Fallstrukturen im Bereich der Klienten, des Beratungsprozesses und des organisatorischen Umfeldes zu bieten. Zur Lehrsupervision gehört, dass die Gruppenmitglieder aktiv eine Vielfalt möglicher Vorgehensweisen üben, z.B. im Rollenspiel. Ausserdem werden sie unterstützt bei der Herausbildung eines angemessenen emotionalen Rahmens für den Lernprozess. Dieser Rahmen ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, eigene Ressourcen wie auch Schwierigkeiten in der Supervisionspraxis offen und angstfrei zu erkennen und mit der Gruppe Lösungen zu entwickeln.

 

Themenkatalog

Das Meilener Konzept der Supervision

  • Die Entwicklung einer professionellen Haltung als Ziel von Supervision
  • Die Person des Supervisors, der Supervisorin im professionellen und biographischen Kontext

Organisationen und ihre Entwicklung

  • Strukturen
  • Prozesse
  • Aufgaben
  • Kulturen
  • Supervision als Teil von Qualitätssicherung und Entwicklung in Organisationen
  • Entwicklungen im Sozial- und Gesundheitswesen

Führung, Macht, Organisation

  • Coaching von Einzelnen (z.B. in Führungspositionen)
  • Unterschied zu Einzelberatung bzw. –therapie
  • Erschliessen des organisatorischen Kontextes und der Aufgaben der Coachees
  • Umgang mit Möglichkeiten und Begrenzungen
  • Sprache, Machtstrukturen und Gender
  • Das Verhältnis von Supervision und Führung in Organisationen
  • Supervision als Konfliktmanagement in Teams und Organisationen
Kommunikation
  • Über die Wahrscheinlichkeit des Missverstehens und die Herausforderung des Verstehens in Arbeitszusammenhängen und deren Reflexion

Teams

  • Teamentwicklung
  • Aufgaben, Aufträge und Projekte
  • Fehlentwicklungen
  • Teams und ihre Kunden

 


Methoden und Arbeitsweisen

Organisatorische und emotionale Rahmungsprozesse in Beratung und Supervision:
Handwerkliche Grundlagen supervisorischer Prozesse

 

  • Contracting und Zielsetzung
  • Prozessgestaltung: Erkennen von Handlungs- und Orientierungsmustern
  • Individuelle Arbeitsstile: Umgang mit persönlichen Stärken und Handicaps
  • Projekte „aufgleisen“ mit zirkulärem statt linearem Ansatz
  • Erkennen von Vielfalt in Sprach- und Ausdrucksformen
  • Umgang mit Konkurrenz zwischen Supervisoren und Konzepten
  • Vorgesetzte als Supervisoren
  • Gestaltung möglicher Zukünfte
  • Die Sequenzanalyse als Technik zum Erschliessen von Sinnstrukturen 
  • Möglichkeiten von Intervision und Selbstsupervision

Aufbau der Weiterbildung

1.    Allgemeines

Die Weiterbildung dauert  insgesamt  24 Tage. Die Eröffnung umfasst 3 Tage; die folgenden Weiterbildungsblöcke finden freitags und samstags statt und werden aufgeteilt in einen Theorietag am Freitag sowie einen Lehrsupervisionstag am Samstag. Die Schlusstage umfassen ebenfalls 3 Tage.

2.     Kurstage und Dozenten/innen


Datum
 DozentInThema

03.-05.09.2009

KernteamEröffnung
13.11.2009
Ulrike Borst
Konzepte von Supervision und Coaching
15.01.2010
Robert Wäschle
Praktische Vorgehensweisen
12.03.2010
Karin Martens-Schmid
Die Person des Coaches / der SupervisorIn
14.05.2010
Rochelle Allebes
Wie wird Wandel praktisch erzeugt?
02.07.2010
Hans Ritter
Coaching von Führungskräften in Veränderungsprozessen
17.09.2010
Bruno Hildenbrand
Techniken in Supervision und Coaching
12.11.2010
Ulrike Borst
Interaktionsprozesse in Teams
14.01.2011
Robert Wäschle
Das Verhältnis von Supervision und Führung
11.03.2011
Bruno Hildenbrand
Verstehen und Missverstehen in Organisationen
12.-14.05.2011
Rochelle Allebes
 Konflikte in Organisationen
 Kernteam
Schluss
  • Immer am Samstag nach jedem Kurstag (Ausnahme: Freitag, 13.5.2011):
    ein Tag Lehrsupervision in Kleingruppen von 4 bis 6 Personen mit  LehrsupervisorIn

3.    Anerkennung des Curriculums

Da unser Institut Mitglied der Systemischen Gesellschaft (SG) in Berlin ist, kann Ihre Weiterbildung zertifiziert werden.

Bei Personen mit abgeschlossener Weiterbildung in systemischer Therapie und Beratung verlangt die SG für das Zertifikat „Systemische SupervisorIn“ zusätzlich ein Curriculum von 300 Stunden.

Zu dem hier beschriebenen Curriculum (200 Std.) müssten also noch 100 Std. belegt werden. Dafür können Zusatzmodule aus unseren Workshop-Programmen 2009-2010 und 2010-2011 gewählt werden, z.B.

  • Bruno Christen  
    Projektmanagement
    31. August und 7. September 2009

  • Hans Ritter   
    Personal- und Organisationsentwicklung
    11./12. November 2009

  • Dominique Simon   
    Teamsupervision im Beratungs- und Therapiekontext
    5./6. Februar 2010


Auch die Fortführung der Lehrsupervisionen ist möglich und wird von uns unterstützt.


4.    Verschiedenes
Gruppengrösse:    15 – 20 (bei 18 oder weniger Teilnehmer/innen werden drei Supervisionsgruppen gebildet, bei 19 oder 20 vier)
Anzahl Stunden:   200
Kurszeiten:   

Eröffnungstage    3. – 5. September 2009

1. Tag    13.00 – 18.00 h
2. Tag    09.00 – 18.00 h
3. Tag    09.00 – 17.00 h

 Kurstage jeweils   09.15 – 17.15 h

 

Lehrsupervisionen jeweils  
09.15 – 17.15 h
am Samstag nach dem vereinbarten Kurstag

Kursort:    Ausbildungsinstitut für
systemische Therapie und Beratung
Klosbachstrasse 123, 8032 Zürich 
Anmeldung:    bis 31. Juli 2009 (Formular)
Aufnahmebedingungen:    Systemisch orientierte Kolleginnen und Kollegen aus Psychologie/Psychotherapie/ Medizin, Sozialarbeit und Organisationsberatung mit Praxismöglichkeit als Coach bzw. Supervisorin/Supervisor

Sekretariat: 

Montag – Donnerstag  

Freitag     

Tel. +41 (0)44 923 03 20  Fax +41 (0)44 923 72 55

08.30 – 12.00 / 13.00 – 16.00 h
08.30 – 12.00 h

mail@ausbildungsinstitut.ch

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5.    Kurskosten

CHF 9’600.—

zahlbar in drei Raten je Ende
September 2009 / April 2010 / November 2010


Wer sich nach erfolgter Aufnahme zum Besuch des Weiterbildungskurses entschliesst, verpflichtet sich damit zur Übernahme der gesamten Kurskosten. Für Abmeldungen bis zum 3. August 2009 müssen wir einen Unkostenbeitrag von
CHF 1’000.— belasten.


6.    Kursausweis

Am Schluss dieser Weiterbildung wird ein Kursausweis ausgestellt, in welchem die besuchten Kurstage und Lehrsupervisionen nachgewiesen werden.